Um unsere Praxen auch in Zukunft wettbewerbsfähig zu halten, ist eine über den Faxstandard hinausgehende elektronische Vernetzung der Praxen dringend notwendig. Mit dem Start der elektronischen Arztvernetzung am 01.07.2019 schaffen die Vertragspartner der Selektivverträge die Grundlage für einen digitalen Austausch von Informationen, die im Praxisalltag für die Behandlung von Patienten relevant sind. Die Ärzte waren bei der Entwicklung der Fachanwendungen aktiv mit im Boot. So konnten auf Selektivvertragsebene Anwendungen entwickelt werden, die sich an den Standards und Praxisroutinen orientieren und in das Praxisverwaltungssystem integrieren lassen.

Damit ist gewährleistet, dass eine elektronische Kommunikation zwischen den Praxen erfolgt, die – im Gegensatz zur elektronischen Patientenakte (ePA) - Patienten und Ärzten gleichermaßen nützt und gleichzeitig den bürokratischen Aufwand in den Praxen reduziert. Außerdem ist sichergestellt, dass die ärztlichen Behandlungsdaten „in ärztlicher Hand bleiben“ und somit nicht in einer Fülle von vermeintlichen Gesundheitsdaten untergehen. Damit hebt sich diese elektronische Arztvernetzung entscheidend von den gesetzgeberischen Vor(h)gaben zur Nutzung eines TI-Konnektors oder einer ePA ab.

In einem ersten Schritt werden folgende optionale Anwendungen in die Vertragssoftware integriert:

  • digitaler Austausch eines elektronischen Arztbriefs (eArztbrief) zwischen Haus- und Facharzt,
  • elektronische Weiterleitung des Musters 1a der Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (eAU) an die Krankenkasse sowie
  • (voraussichtlich ab 01.10.2019) die Bereitstellung und Pflege patientenbezogener elektronischer Medikationsinformationen (HAUSKOMET) zu Patienten

Diese Art der schnellen Kommunikation zwischen Haus- und Fachärzten ist insbesondere auch aufgrund zunehmender Spezialisierung und Komplexität in vielen Krankheitsbildern sinnvoll und wichtig. Vorteile für die Praxen dieser verbesserten Kommunikation sind insbesondere:

  • Ausdrucken, Einscannen und nicht-digitales Versenden von Arztbriefen und Befundberichten können entfallen
  • Telefonische Rückfragen von und an andere Praxen werden reduziert
  • Medikationsinformationen aus HAUSKOMET können mit Klick strukturiert in die Vertragssoftware übernommen werden

Die Teilnahme an der elektronischen Arztvernetzung ist freiwillig, auch wenn wir wissen, dass die Arzt-zu-Arzt-Kommunikation von der Teilnahme möglichst vieler Praxen lebt. Überdies werden die Aufwände in den Praxen adäquat vergütet. Näheres dazu können Sie dem Faktenblatt entnehmen, das am Ende dieser Seite zum Download zur Verfügung steht. Praxen, die eine der nachfolgend genannten Vertragssoftware nutzen, können die Software-Erweiterung zur Vernetzung ab sofort bestellen und installieren:

  • S3 (S3 Praxiscomputer GmbH)
  • EVA (abasoft EDV-Programme GmbH)
  • Duria (Duria eG)
  • Pro_Medico (Neutz GmbH Systemhaus)

Wenn Sie eine der genannten Vertragssoftware nutzen und an der elektronischen Arztvernetzung teilnehmen möchten, bitten Sie Ihr Softwarehaus die Installation der Softwareerweiterung vorzunehmen. Danach können Sie sich mit der Teilnahmeerklärung, die am Ende dieser Seite zum Download zur Verfügung steht, verbindlich zur elektronischen Arztvernetzung bei MEDI anmelden. Anschließend erhalten Sie von uns eine Teilnahmebestätigung und alle erforderlichen Informationen zur Nutzung der Fachanwendungen.

Informationsveranstaltung „Elektronische Arztvernetzung“ 

Ihre Fragen zur elektronischen Arztvernetzung können Sie uns gerne persönlich stellen. Wir laden Sie sehr herzlich zu einer ersten Informationsveranstaltung am Fr, 12.07.2019, 16.00 – 17.30 Uhr bei MEDIVERBUND Stuttgart (Veranstaltungssaal) in Stuttgart ein. Details dazu finden Sie hier.